Klimadialoge 2.0: Vom Austausch zu starken Zivilgesellschaften und blühenden Wälder

Autor: Ivan Murillo

Über 25.000 gepflanzte Bäume, tausende erreichte Schüler*innen, neue Netzwerke zwischen sieben Regionen Afrikas und Schleswig-Holstein – eine klare Erkenntnis zeigt sich: Klimaschutz wirkt am besten im Dialog.


Von Juli 2023 bis Dezember 2025 wurde das Projekt Klimadialoge 2.0 beim Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. koordiniert und begleitet. Gemeinsam mit sieben Mitgliedsorganisationen aus Schleswig-Holstein erfolgte die Zusammenarbeit mit Partner*innen in Ghana, Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, Mali, Tansania, Togo und Tunesien.


Das Ziel war von Anfang an klar: Aufforstung, Umweltbildung und die Stärkung der Zivilgesellschaft miteinander verbinden – lokale und internationale Perspektiven zusammenbringen und voneinander lernen.

 

Von der Idee zur Wirkung

Imkerei in Tansania. Foto: Tanzanian Bees and Trees

Was als Weiterentwicklung eines Pilotprojekts begann, entwickelte sich zu einem starken Verbund aus sieben Partnerschaften. Die Ergebnisse sprechen für sich:


•    Tausende Setzlinge wurden gepflanzt
•    Schulwälder entstanden in unterschiedlichen Räumen
•    Umweltclubs wurden gegründet
•    Imkereiprojekte schufen erste Einnahmen
•    Gemeinden wurden aktiv in Pflege und Schutz der Bäume eingebunden


Klimadialoge 2.0 war nie nur eine Baumpflanzinitiative, sondern stand für Wissensaustausch, gemeinsame Strategien und strukturelles Lernen – auf Augenhöhe.

Bildung als Schlüssel zur Klimagerechtigkeit

In vielen Projektländern standen Schulen im Zentrum der Aktivitäten. Schüler*innen pflanzten nicht nur Bäume, sondern übernahmen Verantwortung, gründeten Umweltclubs, pflegten Schulwälder und trugen das Wissen in ihre Familien und Gemeinden weiter.


In der Demokratischen Republik Kongo entstanden zwei Schulwälder in Kinshasa. In Tansania wurden über 4.000 Bäume an 20 Standorten gepflanzt und mit Umweltbildungsmaßnahmen sowie Imkerei kombiniert. In Ghana wurden Schulgärten angelegt, die langfristig Ernährungssicherheit und Einkommensmöglichkeiten stärken.


Überall zeigte sich dasselbe Prinzip: Theorie + Praxis = nachhaltiges Lernen.

Was gut funktioniert hat – und was gelernt wurde

Klimapartnerschaften sind kein Selbstläufer. Unterschiedliche Rahmenbedingungen, Sprachen, Verwaltungsstrukturen und klimatische Herausforderungen machten die Zusammenarbeit anspruchsvoll.


Wichtige Erkenntnisse sind:


•    Pflanzungen zu Beginn der Regenzeit erhöhen die Überlebensrate erheblich.
•    Lokale Expertise ist entscheidend für die Auswahl geeigneter Baumarten.
•    Mischwälder sind langfristig resilienter als Monokulturen.
•    Umweltbildung wirkt besonders stark, wenn sie praktisch erfahrbar ist.
•    Monitoring braucht ausreichende Ressourcen – personell, finanziell und fachlich.
•    Logistische Hürden – von Transportproblemen bis zu Stromausfällen – verlangen Flexibilität.


Trotz aller Herausforderungen zeigen Überlebensraten von teils 90 Prozent, dass die Strategien greifen.

Foto aus dem Projekt in Togo. (C) Frauenwege in Togo e.V.

Mehrwert für Schleswig-Holstein

Klimadialoge 2.0 wirkte nicht nur im globalen Süden. Auch in Schleswig-Holstein ist etwas gewachsen.
Im Rahmen des Projekts wurde das Netzwerk „Klima & Wald“ aufgebaut. Eine landesweite Stakeholder-Analyse identifizierte rund 180 relevante Akteur*innen. Auf der Tagung „Waldvision Schleswig-Holstein“ wurde diskutiert, wie klimaresiliente Waldbewirtschaftung lokal und global zusammengedacht werden kann. Internationale Perspektiven bereichern die Debatte vor Ort. Globale Partnerschaften schaffen lokales Lernen.

Herausforderungen

In Mali erschwert die Sicherheitslage die direkte Zusammenarbeit. In anderen Ländern führten Trockenzeiten oder Brände zu Pflanzverlusten. Mancherorts reichte die Zahl der Setzlinge nicht aus, um alle Anfragen zu bedienen.
Genau hier zeigt sich die Stärke langfristiger Partnerschaften: Sie ermöglichen Anpassung, Weiterentwicklung und Vertrauen. Sie schaffen Stabilität in instabilen Kontexten.

Fazit

Klimadialoge 2.0 verbindet ökologische Wirkung mit sozialem Lernen, internationale Zusammenarbeit mit regionaler Vernetzung und Aufforstung mit Bildung. Es geht nicht nur darum, Bäume zu pflanzen, sondern Strukturen stärken und wachsen zu lassen. Und genau das ist in den letzten zweieinhalb Jahren gelungen. Klimaschutz braucht keine isolierten Einzelprojekte – sondern verlässliche Partnerschaften.

 

Mehr Information zum Projekt: https://www.bei-sh.org/klimadialoge-2-0

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